Markt

Verwaltungsebenen:

Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungsgemeinschaft: Pfaffenhausen

Einwohnerzahlen: (Stand: 30. Juni 2021)

Gesamt:                2.754 Einwohner

Pfaffenhausen:     2.064 Einwohner
OT Schöneberg:      357 Einwohner
OT Egelhofen:         208 Einwohner
OT Weilbach:           125 Einwohner

Sonstiges:

Fläche: 21,11 km²
Höhenlage: 560 m über NN
Postleitzahl: 87772
Vorwahl: 08265
Kfz-Kennzeichen: MN

Pfaffenhausen – ein Marktflecken mit Tradition und Zukunft

 

Wahrscheinlich im 8. Jahrhundert gegründet und 1167 urkundlich genannt, besitzt Pfaffenhausen ein altes Marktrecht, das 1360 erstmals erwähnt wurde. Dieses Marktrecht – noch heute finden drei überlieferte Märkte statt – hatte über viele Jahrhunderte hinweg eine überörtliche Bedeutung, so dass sich viele Handwerker hier niederließen. Die Handwerkerschaft prägt neben der rückläufigen Landwirtschaft noch heute die Wirtschaftsstruktur des Marktes. Im Laufe der Zeit war Pfaffenhausen Besitztum von alemannischen Stammesfürsten, Welfen, Staufern, der Marktgrafen von Burgau, dem Bischof zu Augsburg und schließlich – bis zur Säkularisation – jahrhundertelang des Hochstifts Augsburg. Die Marktgemeinde war dank ihrer Bedeutung sogar Sitz eines Priesterseminars und eines wichtigen Pflegeamtes. Dies erklärt auch die Existenz dieser ungewöhnlich großen und prächtigen Pfarrkirche, die eine Bischofskirche war und im Jahre 1789 geweiht wurde. Auch die breite Marktstrasse ist historisch begründet. 

Der Markt Pfaffenhausen ist ein schmucker, traditionsreicher Marktflecken im Unterallgäu. In ihm lässt es sich gut leben und arbeiten. Mit seinem Namen verbinden sich Begriffe wie: stolze Tradition und Zukunftsorientierung, schöner Ort mit breiter Hauptstraße, prächtige Pfarrkirche, moderne Verbandsschule, lebhaftes Vereinsleben, leistungsfähiger Einkaufsort mit Verbrauchermärkten und freundlichen, eingesessenen Geschäften, als Storchenstandort, Regionalbahnstation, großes Behindertenzentrum („Blindenheim“), überregional bekannte Firmen, ein Pendlerort mit vielen Arbeitsplätzen, Dienstleistungszentrum, Einkehrmöglichkeiten oder auch die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehende Storchenbrauerei.

Pfaffenhausen besitzt im nördlichen Landkreis Unterallgäu eine hohe Zentralität mit einem traditionell eng verbundenen Umland. Historisch drückte sich seine zentrale Rolle einst in der bedeutenden Großpfarrei aus, aber auch im besonderen Recht, mehrere Jahrmärkte, Viehmärkte und eine Getreideschranne abhalten zu dürfen.

Folgerichtig wuchsen dem Marktflecken deshalb auch in der neueren Zeit wichtige zentrale Aufgaben zu, wie: Sitz der Verwaltungsgemeinschaft und des Schulverbandes Pfaffenhausen, Standort einer großen und modernen Verbandsschule, Zentrale der Raiffeisenbank und Mittelpunkt der Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhausen. Ein Gesundheitszentrum bündelt ein umfassendes Versorgungsangebot. Landesplanerisch ist Pfaffenhausen ein so genanntes Kleinzentrum.

Der Markt und seine Menschen profitieren auch von einer recht guten Verkehrsanbindung. Er liegt an der B16 sowie im Kreuzungsbereich mehrerer Kreis- und Staatsstraßen. Die A96 ist auch schnell erreichbar. Zwei beliebte Radwanderwege führen unmittelbar durch den Ort. Direkte und viel genutzte Radwegverbindungen gibt es auch mit Schöneberg und den Nachbardörfern Salgen und Hausen. Der Markt Pfaffenhausen ist Station und Begegnungspunkt der seit 100 Jahren bestehenden Regionalbahn Mindelheim – Krumbach – Günzburg. Auch der kleine Ortsteil Weilbach im Kammeltal ist ein Haltepunkt der Bahn.

Die infrastrukturelle Ausstattung des Marktes ist bemerkenswert und in den letzten Jahren gezielt und modellhaft ausgebaut worden. Dazu zählen ein umfassender Hochwasserschutz, der Bau eines Seniorenzentrums, eine moderne Aula und eine Dreifachturnhalle in der Verbandsschule, eine leistungsfähige Gemeindebücherei mit Einbindung in den Schulbetrieb, eine mehrgliedrige Kindertagesstätte, eine Schul-Ganztagesbetreuung, ein Jugendzentrum, als Mitglied der „Stauden-Wasserversorgung“ eine optimale örtliche Wasserversorgung sowie ein Begegnungs- und Pfarrgemeindezentrum, das kirchliche und gemeindliche Aktivitäten bündelt. Der Markt ist außerdem dabei, die zukünftige Ortsentwicklung konzeptionell zu überdenken und unter hoher Bürgerbeteiligung zu planen.

Pfaffenhausen mit seinen drei Ortsteilen hat derzeit rund 2700 Einwohner und pflegt ein ausgesprochen lebhaftes Vereinsleben – auch in seinen Ortsteilen. Zahlreiche Sportstätten stehen für Jung und Alt zur Verfügung. Herausragende und überregional bekannte Veranstaltungen sind: die Faschingsumzüge der Pfaffelonia, drei große Jahrmärkte mit jeweils Tausenden von Besuchern, „Pfaffenhausen leuchtet“ im Advent und das alljährliche Benefiz-Schafkopfturnier der Freunde Pfaffenhausens mit bis zu 800 Teilnehmern aus ganz Schwaben.

Das Naturschutzgebiet zum „Pfaffenhauser Moos“ ist eine ökologische Rarität. Im Norden der Ortsflur hat sich ein gut 50 Hektar großes „Moos“ erhalten, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und als ökologische Rarität gilt.

Hier gibt es noch seltene Pflanzen und Blumen, verschiedene Wasserbiotope sowie Futter und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Vögel. 

Bis in die 1950-er Jahre hinein wurde im Moos von vielen Bauern noch Torf gestochen und als Brennmaterial genutzt. Das Moos hat quer durch die Jahreszeiten für den Betrachter und Spaziergänger seinen besonderen Reiz.

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